Am Meeresufer von Mahajanga, am Ende der Avenue de France, erhebt sich ein Gigant, der alle Blicke auf sich zieht: der große Baobab. Mit seinem massiven Stamm von über 20 Metern Umfang beeindruckt und fasziniert er zugleich. Dieses Naturwunder gehört zur Art Adansonia digitata, die auch in Afrika vorkommt. Doch hier ist er besonders imposant – ein Symbol für die Macht und Größe der Natur. Er ist das pulsierende Herz der Stadt, ein Orientierungspunkt, ein Wahrzeichen, ein stiller Zeuge der Vergangenheit.
Manche behaupten, er sei über 1000 Jahre alt, während neuere wissenschaftliche Studien sein Alter auf etwa 275 Jahre schätzen. So oder so, seine bloße Präsenz flößt Respekt ein. Im 19. Jahrhundert soll er sogar als Hinrichtungsstätte gedient haben. Heute ist er durch einen Zaun geschützt und wird wie ein Denkmal bewahrt. Sein Stamm trägt noch immer die Spuren vergangener Ereignisse – als wäre seine Rinde ein lebendiges Gedächtnis.
Doch dieser Baobab ist nicht nur für seine Größe oder sein Alter bekannt. Er ist tief in den lokalen Traditionen verankert. In Mahajanga erzählt man sich, dass es Glück bringt und den Segen der Ahnen anzieht, wenn man den Baum siebenmal umrundet. Manche flüstern sogar, ein Schatz sei dort verborgen – doch Graben ist streng verboten – der fady, das madagassische Tabu, wacht darüber.




