Der Norden
Der Norden Madagaskars ist eine Region der Kontraste. Hier treffen das türkisfarbene Wasser des Smaragdmeers und die rote Erde von Ankarana aufeinander.
Nahe Antsiranana (Diego Suarez) zeigt der Indische Ozean im Smaragdmeer eine intensive türkise Färbung. Die Landschaft ist von Gegensätzen geprägt. Der feuchte Regenwald des Montagne d’Ambre liegt nur eine Stunde von den trockenen Kalksteinnadeln von Ankarana entfernt.
Ihre Tage sind aktiv gestaltet. Sie spüren Kronenlemuren zwischen den steinernen Tsingy auf und fahren mit einer privaten Dhow zum unbewohnten Archipel von Nosy Hara. Die Landschaft verändert sich stetig: Die Roten Tsingy formen sich durch Regen immer wieder neu. Im Ankarana-Nationalpark erstreckt sich ein kilometerlanges Netz heiliger Höhlen unter der Erde.
Auf Nosy Be prägt der Duft der Ylang-Ylang-Plantagen die Luft. Vom Gipfel des Mont Passot beobachten Sie den Sonnenuntergang über dem Kanal von Mosambik.
Beste Reisezeit
Sehenswürdigkeiten
Mehr als nur eine von Felsnadeln geprägte Landschaft, ist Ankarana eine Festung der Biodiversität mit einer verborgenen Welt im Untergrund. Während an der Oberfläche die dramatischen Kalkstein-Tsingy dominieren, kann man in ein riesiges unterirdisches Höhlennetzwerk hinabsteigen – einst ein heiliger Zufluchtsort für das Königtum der Antakarana.
Oft fälschlicherweise für einen gewöhnlichen Regenwald gehalten, ist Amber Mountain ein vulkanisches Refugium in großer Höhe, das eine klimatische Zuflucht vor der Hitze des Nordens bietet. Auf seinen Pfaden steigt man in eine Welt aus kühler Luft und Kraterseen hinab, auf der Suche nach endemischen Chamäleons wie dem winzigen Brookesia minima.
Weit entfernt vom beständigen grauen Kalkstein Ankarana sind die Roten Tsingy ein fragiles Schauspiel der Erosion. Eine Wanderung durch diesen Canyon offenbart eine Landschaft im Wandel, in der filigrane Laterit-Türme von Wind und Wasser geformt werden und deren Farben im Sonnenlicht changieren.
Nicht eine Insel, sondern zwei: eine vergängliche Geografie, geformt von den Gezeiten. Bei Ebbe überquert man die 1,2 Kilometer lange Sandbank, die Nosy Iranja Be und Nosy Iranja Kely verbindet – ein Pfad, der sich innerhalb weniger Stunden wieder im Meer auflöst.
Eine klassische Kombination, die an einem einzigen Tag zwei gegensätzliche Welten vereint. Auf Nosy Komba begegnet man an Menschen gewöhnten Mohrenmakis in üppiger Waldumgebung, bevor man in das geschützte Unterwasserreservat von Nosy Tanikely eintaucht – eine Welt des reinen Meereslebens.
Dieser unbewohnte Meerespark, oft für eine gewöhnliche Inselkette gehalten, ist ein Refugium heiliger Königsgräber und scharfkantiger Tsingy-Formationen. Er ist zudem das exklusive Verbreitungsgebiet des kleinsten Chamäleons der Welt, Brookesia micra – ein Lebewesen, kleiner als eine Fingerkuppe.
Lokobe ist der letzte verbliebene Primärwald auf Nosy Be – weniger ein Park, den man besichtigt, als eine Welt, die man betritt. Nach der Ankunft in einer traditionellen Piroge tauscht man das geschäftige Treiben der Insel gegen die Stille des Waldbodens, das Reich nachtaktiver Lemuren und endemischer Fauna.
Sein Name deutet auf eine koloniale Geschichte hin, doch dieses Massiv über Diego Suarez ist eine Bühne unberührter Natur. Der Aufstieg über die historischen Stufen offenbart ein Panorama der Bucht, während die Trockenwälder dem Sanford-Maki und dem schwer fassbaren Blattschwanzgecko Schutz bieten.
Bekannt als die Orchideeninsel, liegt ihr wahrer Charakter im stillen Kontrast zwischen abgeschiedenen Buchten und dem lebhaften Meeresleben direkt vor der Küste. Hier lässt man das Boot zurück, um im ruhigen, klaren Wasser an der Seite von Suppenschildkröten zu schwimmen, die über Seegraswiesen weiden.
Mehr als ein Aussichtspunkt ist der Mont Passot der letzte Akt einer Reise in die Welt von Nosy Be. Der Weg von den Märkten Hell-Villes gipfelt auf diesem Vulkankegel, von dem aus sich die Insel und ihre heiligen Kraterseen ausbreiten, während die Sonne über dem Kanal von Mosambik untergeht.
Häufige Fragen
Die Region wird von zwei Hauptflughäfen angeflogen: dem Flughafen Arrachart in Antsiranana (Diego Suarez) und dem Flughafen Fascene auf Nosy Be, mit Verbindungen von Antananarivo.
Die Reiseverläufe richten sich nach Ihren Vorlieben. Wanderungen in Ankarana und im Ambragebirge sind moderat bis anspruchsvoll, während die Erkundung der Inseln größtenteils entspannt ist.
Nein. Der Norden beherbergt zwar außergewöhnliche Küstenabschnitte wie Nosy Iranja, ist aber vielmehr eine Expedition in raue Landschaften, einzigartige Geologie und eine seltene endemische Tierwelt.
